Der 12. Oktober hat nicht diskutiert. Er war einfach nass.

Der Regen lief seit dem Morgen durch, gleichmäßig, ohne Pause. Genau das Wetter, bei dem viele das Bike stehen lassen. Ich nicht. Mountainbike aus dem Keller, kurzer Check, Luftdruck minimal angepasst – und los.

Die Straßen waren dunkel, fast schwarz vom Wasser. Schon auf den ersten Kilometern war klar: Heute wird nichts rollen wie im Sommer. Jede Bremsung greift später. Jede Kurve fordert mehr Aufmerksamkeit. Man fährt nicht nebenbei.

Richtung Dahlemer Holz wurde es ruhiger. Weniger Verkehr, weniger Geräusche. Der Regen dämpft alles. Reifen auf nassem Asphalt, dann Übergang auf Schotter. Der Unterschied im Grip ist sofort spürbar. Das Bike arbeitet mehr. Ich auch.

Im Wald selbst lag dieser typische Oktoberfilm auf dem Boden – Blätter, aufgeweicht, schwer. Darunter fester Untergrund, aber man sieht ihn nicht. Man spürt ihn. Die ersten Wurzelpassagen glänzten glatt. Kein Ort für hektische Lenkbewegungen. Linie halten, Gewicht sauber verteilen, nicht ruckartig bremsen.

Das Dahlemer Holz ist kein Extremgelände. Keine brutalen Steigungen, keine technischen Drops. Aber im Regen verändert sich alles. Ein leichter Anstieg wird plötzlich zum Krafttest, wenn das Hinterrad anfängt, minimal zu suchen. Zu viel Druck – es rutscht. Zu wenig – man verliert Rhythmus. Also rund treten. Gleichmäßig. Geduldig.

Eine längere Gerade im Wald war komplett aufgeweicht. Matsch, aber fahrbar. Das Bike war nach wenigen Kilometern nicht mehr schwarz, sondern braun. Genau so soll es sein. Wer im Regen fährt, fährt nicht sauber nach Hause.

Zwischendurch habe ich nicht angehalten, um Fotos zu machen oder irgendetwas zu inszenieren. Kein Bedarf. Es ging nicht um Panorama. Es ging um Strecke. Um Konzentration. Um Bewegung.

Der Rückweg fühlte sich ruhiger an. Nicht weil es leichter wurde – der Regen blieb konstant – sondern weil sich der Körper angepasst hatte. Man gewöhnt sich an Bedingungen, wenn man nicht dagegen ankämpft.

Als ich wieder ankam, tropfte alles. Handschuhe nass. Schuhe nass. Rahmen voller Spritzwasser. Kette musste danach definitiv gepflegt werden. Regenfahren endet nicht an der Haustür – Wartung gehört dazu.

  1. Oktober 2025 war kein besonderer Tag auf dem Papier. Keine Rekorde, keine Highlights. Aber eine saubere, ehrliche Runde durch das Dahlemer Holz. Regen gehört dazu. Technik gehört dazu. Pflege danach gehört dazu.

Nordgang heißt nicht schönreden.
Nordgang heißt durchziehen.

Und genau das war dieser Tag.

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